• Peruanisches Alpaka Bild: H.Gäßler (c)

  • Fluss Urubamba in Peru Bild: H.Gäßler (c)

  • Machu Picchu Bild: H.Gäßler (c)

  • Staubige-Landstraße-Deparment-Piura Bild: H.Gäßler (c)

  • Blick auf die Anden Bild: H.Gäßler (c)

  • Die Hauptstadt Perus: Lima Bild: H.Gäßler (c)

  • Musikgeschäft Bild: H.Gäßler (c)

  • Reisanbau-Department-Piura Bild: H.Gäßler (c)


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25 Jahre Ökumenischer Perukreis

Freitag, 12. Juni 2015 um 20.00 Uhr
Torhaus Herbolzheim

Weltheimat – Herbolzheimat

Ansprache des Vorsitzenden Andreas Marx

Liebe Gäste, liebe Mitglieder!
Ich habe gerne die Aufgabe übernommen, einen kurzen Rückblick in die 25-jährige Geschichte des Perukreises zu geben. Ich begrüße Sie alle ebenfalls recht herzlich und möchte der Freude des ganzen Vorstandsteams Ausdruck geben, dass Sie durch Ihr Kommen Ihre Wertschätzung für unsere Arbeit bekunden. Einige Eingeladene haben sich für heute Abend entschuldigt. So lässt sich auch unser Bürgermeister und Mitglied Ernst Schilling wegen auswärtiger Amtsgeschäfte entschuldigen.
Im Frühjahr 1990, sehr bald nach den damaligen Wahlen für den Pfarrgemeinderat (PGR), hatten wir (meine Frau und ich) zu einem ersten Treffen eingeladen. Unser damaliges Anliegen war es, in Wagenstadt die in unserer Heimatpfarrei St. Cyriak in Freiburg begonnene Eine-Welt-Arbeit fortzusetzen. Dieses erste Treffen war von einem lebhaften Ideenaustausch charakterisiert und mündete in einem neu eingerichteten Sachausschuss des PGR mit drei Mitgliedern zum Start, weitere auch über den PGR hinaus sollten folgen. Der damals übliche Name „Sachausschuss Mission“ wurde nicht übernommen, denn er passt nicht zu dem Konzept, das sich die Mitglieder ausgedacht hatten. Der erste Ausschussname lautete dann: Sachausschuss Dritte-Welt, heute würden wir eher „Eine-Welt“ als Namen wählen, denn der Name soll ja auch zugleich „Programm“ sein, auch heute Abend (s.o.). Wir änderten einige Zeit erneut den Namen in Ökumenischer Arbeitskreis Peru, um deutlich zu machen, dass unser Anliegen weit über den Rahmen eines Ausschusses hinaus wachsen möge und dies besonders im Anliegen der Ökumene.
Nach 25 Jahren meine ich, feststellen zu dürfen, dass vor allem das ökumenische Anliegen sehr gut gelungen ist und unsere Arbeit deutlich über den kirchlich-ökumenischen Rahmen hinaus solidarisch in der ganzen Raumschaft unterstützt wird.
Nicht zuletzt das politische Zeichen des Herbolzheimer Gemeinderates im Jahr 2004, im Rahmen der lokalen Agenda 21 den fair gehandelten Agenda-Kaffee aus Peru als Stadtkaffee zu wählen http://stadt-herbolzheim.de/,Lde/startseite/Bildung+_+Soziales/Lokale+Agenda.html hat dazu wesentlich beigetragen.
Die weitreichendste Idee war allerdings, 1993 einen Weltladen www.weltladen-herbolzheim.de zu gründen und parallel dazu auch jede Woche mit einen Stand auf dem Herbolzheimer Wochenmarkt präsent zu sein, was wir im 22 Jahr ununterbrochen tun, um vor allem Waren der GEPA www.gepa.de anzubieten.
Nach weiteren 12 Jahren erfolgte der Umzug des Weltladens in den Bücherwurm und führte zu einem enormen Wachstum bis zu seiner heutigen Größe und Bedeutung in Herbolzheim und Umland. Er ist der „schönste“, „beste“ und „fairste“ WL in Herbolzheim, dem Bleichtal, nein sogar im nördlichen Breisgau.
Nur konsequent war es aus Sicht aller ehrenamtlichen und inzwischen auch hauptamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zum 1.4. diesen Jahres diesen erfolgreichen Weltladen in ein unternehmergeführtes Fachgeschäft für fairen Welthandel zu überführen.
Erwähnen möchte ich noch einige wenige Ereignisse und Personen, die diese ereignisreichen aber auch arbeitsintensiven 25 Jahre mit geprägt haben: Domkapitular Wolfgang Zwingmann und das Referat Weltkirche http://www.erzbistum-freiburg.de/html/referat_weltkirche.html begleiteten uns beim Auftakt unserer Arbeit: Die Emil-Dörle-Schule Herbolzheim http://www.eds-herbolzheim.de/ engagiert sich seit 1991 als erste Schule für unsere Anliegen, heute kooperieren wir mit nahezu allen Schulen der Raumschaft.
Seit 1993 wirkten wir 20 Jahre aktiv (bis 2013) beim Weihnachtsmarkt in Herbolzheim mit. Die peruanische Musikgruppe Alturas kam zu einem Konzert nach Wagenstadt.
Als erster aber nicht letzter Botschafter besuchte uns (1994) Freiherr von Mentzing.
Im Jahr 2008 kam der Botschafter Perus Federico Kauffmann-Doig zu uns. Ein Gegenbesuch in Berlin folgte. Dass peruanische Botschafter gerne nach Herbolzheim kommen, zeigt ein neuerlicher Besuch letztes Jahr (22. Dez. 2014) durch Botschafter José Antonio Meier.
Uli Braun ging 1994 als „unsere“ Voluntaria nach Peru.
1993 und 1996 hatten wir Besuch vom peruanischen Bischof Calderon.
1999 referierte Sieglinde Pausewang über das Projekt St. Lucia, das wir seit 1998 unterstützen. Eine Reisegruppe von uns besuchte 2010 dieses Projekt und Peru. Dazu später (im Programm) mehr.
Drei Jahre lang halfen wir finanziell beim Aufbau einer Schule im indischen Bah.
Herr Weiß, der Koordinator des Projektes „Gesichtermacher“ http://www.mkg-aerzte-peru.de/ war ebenfalls schon zweimal unser Gast. Dieses Projekt unterstützen wir seit 1999.
Seit 2007 verdienen wir Geld für unsere Projekte, z.B. durch Bewirtungen beim Frühlingsfest der Fa. Zipse, Stadtfesten oder HuG-Veranstaltungen.
Bei uns erfolgten Aufzeichnungen für Radiosendungen und eine Fernsehsendung.
Aus steuerlichen Erwägungen gründeten wir 2008 den gemeinnützigen e.V. 19 Gründungsmitglieder gestalteten den Anfang, inzwischen sind wir nahezu 100.
Ich nenne die Zahl 100 in dem Optimismus, dass wir heute Abend diese Schwelle noch erreichen und die fehlenden 10 Mitglieder heute noch beitreten werden. Denn unser Verein zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass die Mitgliedsbeiträge zu 100% an unsere Projekte gehen. Dies bedeutet im Klartext, dass unser Verein kein Vermögen hat und wir sind uns sicher, dass es auch heute Abend gelingen wird, die Kosten für unser bescheidenes Fest durch das Spendenkässle am Ausgang zu finanzieren, zumal alle Mitwirkenden des heutigen Abends dies selbstverständlich und gerne unentgeltlich tun, vielen Dank dafür.
Zahlen wirken oft recht nüchtern und unpersönlich. Der Wert des Geldes, der dahinter steht, sagt auch etwas über unsere Solidarität mit der Einen Welt aus. Wir sehen dabei die Menschen und deren Gesichter. Die wenigen Zahlen, die ich nun nenne, mögen gerne überraschen. Ich war selbst überrascht, als ich sie für den heutigen Abend zusammenstellte. Der gesamte Umsatz unseres Weltladens seit Gründung beträgt rund 790.000 €.
Die Spenden, die unabhängig vom Weltladen zu sehen sind, die wir an Projekte weitergeben konnten, belaufen sich auf fast 90.000 €. An erster Stelle kamen von unserer finanziellen Solidarität 35.000 € den Kindern im pädagogisch-sozialen Projekt St. Lucia in Arequipa http://arequipa-info.de/6.0.html zu Gute, an zweiter Stelle dem sozial-medizinischen Projekt „Gesichtermacher“ mit rund 20.00 €.
Weitere Projekte wurden unterstützt, z.B. über Misereor http://www.misereor.de (besonders für Katastrophenhilfen, ich nenne stellvertretend Haiti, Philippinen und aktuell Nepal). Weiter sind zu nennen Schwester Damiana in Peru und über viele Jahre mit rund 10.000 € der Zwingmannfond für Peru.
Was ist der Schlüssel zum Erfolg, gibt es ihn überhaupt, diesen einen Schlüssel oder übertreibe ich, wenn ich von Erfolg spreche?
Ein afrikanisches Sprichwort, das inzwischen recht bekannt ist, weist uns auf einen solchen Schlüssel hin:
Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern.“
Es gäbe noch viel zu berichten und zu erzählen. Ich habe versprochen, mich kurz zu fassen und so ende ich mit einem Danke.
Danke an alle, die in diesen 25 Jahren mitgemacht haben, Zeit eingebracht haben und immer wieder mitmachen, auch nach manchmal entmutigenden Erfahrungen. Persönlich sage ich auch danke für die Unterstützung, die ich in meiner Aufgabe als Vorsitzender über viele Jahre erfahren durfte.
Ich wünsche uns allen nun einen interessanten und schönen gemeinsamen Abend.